Eine Vision für Frieden im Nahen Osten

Die Antwort der Religion auf den Kampf der Kulturen

19. 5. 2002

 

 

 

Bis jetzt sind alle Friedenspläne für den Nahen Osten gescheitert, denn allen fehlt eine echte und völlig neue Vision. Daher möchte ich Ihnen das Projekt eines Neuen Tempels in Jerusalem vorstellen – als ein Symbol der Einheit zwischen den drei Religionen dieses Gebiets. Ich hoffe sehr, dass Sie das Projekt anspricht:

 

 

Ein Neuer Tempel in Jerusalem

 

Die Idee hört sich im Moment völlig utopisch an, realisiert aber, wird sie einen Quantensprung in der Entwicklung des Weltfriedens bewirken. Es handelt sich um den Neubau des Jerusalemer Tempels - als ein Symbol der Einheit der Religionen:

Der Tempel kann ja nicht stehen, wo der alte Tempel gestanden hat, weil der Platz belegt ist durch Heiligtümer der Christen und der Moslems. Daher müsste eine Plattform in der Größe des künftigen Tempels errichtet werden - vielleicht dreihundert Meter von der Oberfläche entfernt, aber genau über dem Felsendom, der oben gespiegelt werden müsste, als die Basis des dort zu errichtenden Allerheiligsten des Tempels.

Das Allerheiligste des künftigen Tempels muss genau diese Stelle einnehmen, weil diese Stelle den Ursprung aller drei Religionen in der Hingabe Abrahams bezeugt. Und deshalb ist das auch der Ort der Himmelfahrt des Propheten Mohammed geworden. Das Allerheiligste des Tempels exakt an dieser Stelle zu errichten, ist damit eine offizielle Anerkennung des Islam als eine Religion nach dem Willen Gottes. Aus diesem Grund müsste dieses Allerheiligste zumindest in seiner äußeren Gestalt von einem islamischen Architekten entworfen werden – etwa nach dem Vorbild der Lampe, die auf fast jedem islamischen Gebetsteppich abgebildet ist.

Der Felsendom, der diese Stelle auf dem Boden einnimmt, ist eine Moschee, aber eine sehr untypische, denn er ist eben eine Gedenkstätte, weshalb sich seine Architektur auch nicht zufällig an das Modell der Grabes- und Auferstehungskirche anlehnt. Und damit sind auch die Christen noch einmal einbezogen in diese Achse – mit dem sich hingebenden Christus als Achse – auch im Allerheiligsten selbst.

Der Rest der Gestaltung der Tempelanlagen auf diesem „fliegenden Teppich“ müsste eine rein jüdische Angelegenheit sein. Da könnten nun etwa die Maße des salomonischen Tempels angewandt werden – mit Ausnahme der Position und des äußeren Designs des Allerheiligsten. Das ist das Zugeständnis, das die Juden an die Einheit der Religionen machen und für ihre wiedergefundene Rolle als das auserwählte Volk Gottes, also ihr Tribut an die Zeit.

Die Christen zahlen ihren Tribut in Form der Anerkennung des Islam und die Moslems zahlen ihren Tribut, indem sie anerkennen, dass der christliche Weg dem islamischen in nichts nachsteht.

Und alle zahlen einen weiteren Tribut in der Anerkennung der Tatsache, dass das Gespräch Gottes mit den Menschen durch keine vergangene Offenbarung je abgeschlossen war, sondern dass es für immer weitergehen wird und dass in ihm die Essenz aller Religionen liegt.

 

 

 

Zu meiner Person: Geboren 1944 in Österreich, katholischer Theologe, Psychotherapeut, vier Jahre in den USA und eines in Ägypten gelebt, mit allen großen Religionen sehr gut bekannt durch persönliche Erfahrung ihrer Praxis. Aus meiner Seelsorge-Arbeit in der Psychiatrie kenne ich die Gefahren mentaler Fallen und ich sehe alle Nah-Ost-Parteien gefangen in ihrer Konfrontation ohne Vision und ohne Zugang zu einer höheren Perspektive. Der Geist unserer Zeit sorgt für die Vision – ich habe sie soeben präsentiert.

 

 

Modell-Fotos, die die Plattform des neuen Tempels eingebettet in die Landschaft Jerusalems zeigen, finden Sie hier

 

 

 

Reaktionen auf das Projekt